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Malteser Jugend in München

FAQ

Wie baue ich einen Malteser Schulsanitätsdienst auf?

Nachdem Sie nun einiges über unsere Schulsanitätsdienste gelesen haben, wenden Sie sich am besten direkt an den/die örtliche Malteser-Koordinator/in. Die Kontaktdaten finden Sie auf der rechten Seite. Ihr/e Ansprechpartner/in wird mit Ihnen alles Weitere zur Art der Ausbildung, Gruppengröße, Ausstattung, Dienstplänen, Weiterbetreuung, Fortbildung etc. besprechen.

Wir legen großen Wert auf eine transparente Struktur, Kooperation und Verlässlichkeit. Daher schließen wir mit den von uns betreuten Schulen meist Kooperationsvereinbarungen ab, um die gemeinsame Trägerschaft zu fixieren. Die Malteser unterstützen mit Tipps, Erfahrung, Fortbildungsveranstaltungen und auch mit Material, soweit dies möglich und notwendig ist. Zu den genauen Konditionen informiert Sie gern ebenfalls Ihr/e Malteser-Koordinator/in.

Ausbildung

Die Ausbildung zum/zur Schulsanitäter/in umfasst insgesamt 42 Unterrichtseinheiten und beinhaltet einen klassischen Erste Hilfe-Kurs, einen Kurs in erweiterter Erster Hilfe und ein spezielles Modul Schulsanitätsdienst. Es werden jedoch auch einige notfallmedizinische Themen abgebildet, die unsere Schulsanitäter auf hohem Niveau qualifizieren. Sie können professionelle Verbände und Schienungen anlegen, kennen Geräte des Rettungsdienstes aus ihrer Ausbildung und von Übungen.

Vor allem aber bietet der Malteser Schulsanitätsdienst ein Lernfeld für soziale Kompetenzen. Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Organisationsgeschick, Kommunikation und Selbstvertrauen werden besonders geschult.

Praxistag und Wettbewerb

Die Malteser in der Erzdiözese München und Freising bieten - je nach Nachfrage und Möglichkeiten - Fortbildungen für alle Schulsanis an. Diese können entweder auf Gliederungs- oder auf Diözesanebene angeboten werden. Themenbereiche könnten sein: Teamentwicklung, Realistische Unfalldarstellung, Kommunikation im Team, Umgang mit belastenden Erfahrungen, Landesfortbildungen der bayerischen Hilfsorganisationen.

Ältere Schulsanis (ab ca. 14 Jahren) haben die Möglichkeit, ihren Verantwortungsbereich auszuweiten und sich zu Teamleitern kleiner Schülergruppen ausbilden zu lassen. Hierzu bieten wir meist im Winterhalbjahr eine spezielle Teamleiter/innen-Schulung an.

Übungstage sind Angebote, die sich über mehrere Stunden erstrecken und dazu dienen, das Zusammenspiel und die Einsatzfähigkeit eines Schulsani-Teams weiter zu verbessern. Ein Übungstag kann je nach Gliederung entweder direkt an der Schule oder in einem Malteser Gebäude organisiert werden. Dabei werden verschiedene Fallbeispiele nachgestellt, behandelt und reflektiert.

Bitte wenden Sie sich direkt an die jeweiligen Koordinator/innen vor Ort, um die Verfügbarkeit unsere Angebote und eventuell Weiteres zu erfahren!

Fortbildung und Übungstage

Die fünf bayerischen Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund, Bayerisches Rotes Kreuz, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Johanniter Unfallhilfe und Malteser Hilfsdienst e.V. veranstalten jährlich (meist im Frühjahr) einen bayernweiten Praxistag für Schulsanis. Dort werden Vorträge und Workshops unterschiedlichster Art für Schüler/innen und Lehrkräfte geboten.

Im Zwei-Jahres-Rhythmus kehrt das Highlight wieder: der SSD-Wettbewerb. Mit sehr viel Aufwand gestalten wir Stationen aus der praktischen und theoretischen Ersten Hilfe genauso wie aus dem Bereich der Kooperationsübungen. Eingeteilt in drei verschiedene Ausbildungsstufen treten ca. 250 Schulsanis an und zeigen, was sie können! Hierbei steht nicht der Wettkampf im Vordergrund, sondern die Vielfalt der Übungsmöglichkeiten und der Austausch zwischen den Teilnehmer/innen.

Näheres zu Praxistagen und Wettbewerben, und auch zur ARGE SSD der Hilfsorganisationen erfahren Sie unter www.schulsanitätsdienst-bayern.de.

Rechtliches

Alles Wissenswerte zu Rechtsfragen in Zusammenhang mit einer Hilfeleistung finden Sie hier:

Allgemein gilt folgendes für den Bereich des Schulsanitätsdienstes: Die gesetzliche Schülerunfallversicherung ist im 7. Buch des Sozialgesetzes (SGB VII) geregelt. Dem Schulleiter sind die sog. "Unternehmerpflichten" übertragen, d.h. er hat für eine wirksame Erste Hilfe-Versorgung an der Schule zu sorgen. In jedem Jahr werden etwa 1,5 Mio. Schulunfälle an die Unfallversicherungsträger gemeldet, dabei werden jedoch nur die Fälle erfasst, die auf Grund ihrer Schwere eine ärztliche Versorgung notwendig machen. Darüber hinaus gibt es jedoch noch eine große Anzahl von Schülerunfällen, die "nur" mit Maßnahmen der Ersten Hilfe versorgt werden und daher nicht gemeldet werden. Bei den jährlich rund 1,5 Mio. gemeldeten Unfällen ist jedoch auffällig, dass die Verletzten häufig ohne jede Erste Hilfe-Maßnahme dem Arzt oder Krankenhaus zugeführt werden. Das lässt darauf schließen, dass ein Großteil der Schulen ihrer gesetzlichen Pflicht der Sicherstellung einer wirksamen Ersten Hilfe nicht nachkommt. Das liegt hauptsächlich daran, dass trotz entsprechender Erlasse der Kultusminister der Länder häufig nicht genügend in Erster Hilfe ausgebildetes Lehrpersonal vorhanden ist. Der Schulsanitätsdienst stellt also eine sinnvolle Ergänzung der Ersten Hilfe an Schulen dar und lässt die Schule so ihrer Aufgabe nachkommen, das Sicherheitsbewusstsein der Schüler zu wecken und zu fördern.

Unterlassene Hilfeleistung

Nach § 323c StGB (Unterlassene Hilfeleistung) macht sich jeder, der "bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten [...] ist", strafbar. Jedoch wird oftmals die Erste Hilfe-Leistung aus Angst vor Fehlern, Bestrafung und möglichen Schadenersatzansprüchen unterlassen.

Der Gemeindeunfallversicherungsverband (GUV) äußert sich wie folgt zur rechtlichen Situation von Ersthelfern: "Handelt der Ersthelfer nach bestem Wissen und Gewissen und leistet er, seinen Fähigkeiten entsprechend, die ihm bestmögliche Hilfe, so braucht er grundsätzlich weder mit zivilrechtlichen noch mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen, die sich nachhaltig für ihn auswirken. Selbst wenn ihm bei der Hilfeleistung ein Fehler unterlaufen sollte, bleibt er straffrei, da er in jedem Fall seine Hilfe leistete, um dem Anderen zu helfen" (GUV-I 8512).

Versicherungsfragen

Die Schüler sind während schulischer Veranstaltungen (eine schulische Veranstaltung liegt immer dann vor, wenn sie durch die Schule organisiert, durchgeführt und beaufsichtigt wird) und auf den Wegen von und zu diesen durch die gesetzliche Unfallversicherung bei der gesetzlichen Unfallkasse gegen alle Personen- und Sachschäden versichert. Da mit der Hilfeleistung in Notfällen immer auch eine Eigenschädigung verbunden sein kann, sind Ersthelfer (und natürlich auch Schulsanitäter) kraft Gesetzes beitragsfrei im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung gegen alle erdenklichen Personen- und Sachschäden versichert, die ihnen bei der Hilfeleistung widerfahren (vgl. GUV-I 8512).

Aufsichtspflicht

Die Aufsichtspflicht über den Schulsanitätsdienst im Schulalltag oder bei Schulveranstaltungen obliegt der jeweiligen Lehrkraft; jedoch ist eine ständige Anwesenheit eines Lehrers nicht in jedem Falle erforderlich. Für Aktionen und Treffen des Schulsanitätsdienstes ist die Gruppenleitung oder der Betreuungslehrer verantwortlich. Die Verantwortung für die Hilfeleistung liegt beim Lehrkörper. Die Haftung für den Schulsanitätsdienst liegt bei der Schule.

Einverständniserklärung

Da es sich beim Schulsanitätsdienst um eine außerordentliche Schulveranstaltung handelt, sind in jedem Fall eine Information und das Einverständnis der Eltern der Schulsanitäter erforderlich. Entsprechende Vordrucke hierzu können zur Verfügung gestellt werden.

Weitere Informationen

Sophie Sedlmeier
Diözesanreferentin Jugend
Tel. (089) 43608142
Fax (089) 43680209
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Kira Schuth
Ansprechpartnerin München Stadt
Tel. (089) 43608-520
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